Aus 1 mach 2.

En Zahn? Pah, mit halben Sachen kann man dem kleinen Ritterlein nicht kommen. Dem 1. Zahn folgte innerhalb weniger Tage die Nr.2, so dass er jetzt schon ordentliche Nagespuren an seinen Bauklötzen hinterlassen hat. Ich sinniere ja immer noch über die Frage, ob es jetzt schlimmer ist, wenn er kleine Plastikstücke vom Plastikspielzeug oder Lack vom Holzspielzeug abnagt. Ob es da wohl Studien zu gibt…?

Auch ansonsten ist der kleine Ritter mit großen (Entwicklungs-)Sprüngen unterwegs. Im Vierfüßlerstand wird seit neuestem mit den Füßen gehopst, es werden die Füße kurz aufgestellt (der Yogi würde sagen: herabschauender Hund!) und die linke Hand gehoben. Um die rechte Hand zu heben, muss er sich leider noch auf den Bauch fallen lassen – von daher passiert das Vorankommen im Moment noch in einem überschaubaren Tempo.

Und eine Frage ist aktuell noch, ob der kleine Ritter einen Ball bekommen sollte – Pro: er LIEBT Bälle. Contra: sehr hohes Frustrationspotential, wenn der ihm immer wegflutscht, statt sich ankauen zu lassen wie ein anständiges Spielzeug…

Advertisements

Miss Paige.

Schon im Voraus habe ich überlegt, wie ich am besten ein wenig Anschluss finde im großen New York. Ein Kind ist hier definitiv ein Türöffner, über den man leicht ins Gespräch kommt – fast jeder fragt sofort, wie alt er denn sei 🙂

Aber PEKiP ist z.B. eine rein deutsche Sache, Krabbelgruppen sind privat organisiert oder abgefahrene Kinderförderprogramme. Einen Kompromiss haben wir jetzt gefunden, zwar auch nicht günstig, aber dafür nett – eine Kinderturngruppe für Krabbelkinder! Jeden Freitag ist “Unterricht”, dazu gibt es noch freie Spieltermine, zu denen wir bisher aber noch nicht gegangen sind.

Der kleine Ritter ist ein großer, großer Fan des Ganzen. Es gibt immer viel zu gucken, schöne bunte Matten, fünf andere Kinder und natürlich die “Lehrerin”, Miss Paige! Wenn sie zu ihm rüberschaut und sagt “Gooood job!”, dann strahlt er über das ganze Gesicht und wird gefühlt 5cm größer.

Was ich übrigens nicht bedacht hatte – dank nur wenigen Wochen Mutterschutz und ohne Programmen wie Elternzeit werden die meisten Klein(st)kinder hier von Nannys betreut.

Der Erste.

Mit Kind, und insbesondere mit erstem Kind, behaupte ich, gibt es ganz viele “erste”. In unserem Fall: der erste Zahn!

Das kleine, tapfere Ritterlein ist supertapfer (oder es tut ihm einfach gar nicht so doll weh?), nur ein wenig quengeliger und bauchschmerziger als sonst. Die Spitze ist schon durch und er lässt sich schon “ertasten”. Ein Bild… nunja, ich hab’s versucht, aber ich mache dann mal eins, wenn man ihn auch von vorne sehen kann und nicht nur von oben.

Ansonsten: in amerikanischen Original-Pampers sind komische Parfumstoffe, von denen das kleine Ritterlein Ausschlag bekommt. “Gut” dass wir gleich mal den Mega-Jumbo-Pack gekauft haben in dem Glauben, dass es mehr oder weniger die gleichen Inhaltsstoffe wie in den deutschen sind. Wir probieren jetzt mal ein paar Alternativen durch – ich werde mal berichten, falls etwas Gutes dabei ist. Warum da überhaupt so komische Puderduftstoffe rein müssen, verstehe ich sowieso nicht. Denn so muss man die eigene Nase ziemlich feintunen, um zu wissen, wann ein Windelwechsel angesagt ist.

Lego für Fortgeschrittene.

Wie schon berichtet, waren wir ganz fleißig beim Möbelschweden shoppen. Da aufgrund des Feiertags der halbe Ikea leergekauft war, fehlten uns die “big three” (um mal eine kleine Safarianleihe zu nutzen) – Bett, Sofa, Gästebett. Nach einigem Hin und Her wurden sie dann am Mittwoch Nachmittag eeeeendlich geliefert. In Vorfreude auf ein richtiges Bett nach anderthalb Wochen “Matratze auf dem Boden” haben wir gleich mit dem Auspacken, Stecken und Schrauben angefangen. Puh!

Unser Bett – harmloser Deckname ‘Fjell’ – ist Lego für Fortgeschrittene Könner. Wir sind echt keine Anfänger im Möbelschrauben, aber das Bett war die Hölle. Einen Dübel haben wir im Endeffekt weggelassen (da die zwei Bretter mit 4 weiteren Dübel und 3 Schrauben zusammengehalten werden, ein kalkulierbares Risiko) und trotzdem 6 Stunden gebraucht.

Das arme kleine Ritterlein hätte natürlich schon längst ins Bett gemusst zu diesem Zeitpunkt und war furchtbar ungnädig, bis er 2h nach seiner Bettgehzeit trotz Aufbaulärm und Licht im Zimmer neben uns eingeschlafen ist. Aber das Bett woanders als im Schlafzimmer zusammenbauen, war ja keine Option. Der große Ritter möchte das nächste Mal dann bitte den Aufbauservice bestellen. Aber ich mein, es steht jetzt. Bis auf eine Zierleiste, für die uns zwei kleine Abstandhalter fehlen. Und es ist so schön groß und bequem und… das nächste Mal schaffen wir das bestimmt schneller, oder?!

Das Sofa hat am nächsten Morgen übrigens eine halbe Stunde gedauert. Und das Gästebett 2-3 Stunden.

Spielt der Zoll gern Carcassonne?

Zwei Pakete hatten wir per DHL geschickt – eine knappe Woche vor unserer Abreise aufgegeben, ca. 11 Tage später waren sie da. In einem etwas desolaten Zustand. Merke: NIE WIEDER Umzugskartons verschicken. Zu viele kleine Löcher und Ritzen.

Die guten Herren vom Zoll haben nämlich in unser Paket geschaut und einmal alles umgedreht. Inklusive dem Topf, in dem zwei Säckchen mit Gesellschaftsspielen (Quirkle und Carcassonne) lagen, deren Inhalt sich dann schön über den Rest des Pakets ergossen hat. Es muss ihnen klar gewesen sein, dass das KEINE gute Idee war – als “Entschädigung” war eine Packung “Magic” Karten in unserem Paket. Sorry, wem auch immer die eigentlich gehören…

Eine kurze Inventur ergab mehrere fehlende Quirklesteine und bei Carcassonne einige Figürchen und Plättchen. Meh! Wir werden jetzt mal recherchieren müssen, ob einzelne Teile nachkaufen oder das Spiel jeweils komplett neukaufen günstiger ist.

NICHT unsere!

Achtung, das Leben ist gefährlich…

Wir haben ja nun nicht gerade wenige Neuanschaffungen gemacht und die überall vorhandenen Warnaufkleber machen einen irgendwann verrückt. Insbesondere weil sie mit besonders gut klebendem Kleber, der sich natürlich NICHT rückstandslos entfernen lässt, festkleben.

Ja, sowohl auf beiden Seiten(!) des Betts, auf der Matratze und natürlich nochmal auf jedem einzelnen Spannbettlaken für den kleinen Ritter wurde dringlichst davor gewarnt, ihn nur ohne jeglichen Klimbim in sein Bettchen zu legen. “Potential suffocation hazards” und so.

Unsere Kaffeemaschine, die Mikrowelle, selbst unser Media Receiver und W-LAN sind laut Aufklebern potentielle Todesgeräte, die mit dicken Warnungen versehen werden müssen. Der Amerikaner an sich scheint die auch gar nicht zu entfernen bzw man SOLL sie ja auch gar nicht entfernen. Den gesunden Menschenverstand bitte bei der Einreise gleich ausstellen, stattdessen Schildchen lesen.

Do not remove this tag!

Pfand? Was für Pfand?

Wasser gibt es hier ja grundsätzlich überall und nur in Plastikflaschen. Mehrwegflaschen – Fehlanzeige. Aber auf jeder Plastikflasche sind 5ct Pfand. Woraufhin ich sie brav gesammelt und beim nächsten Einkauf mit in den Supermarkt genommen habe. Im Supermarkt: kein Automat oder auch nur ein Schild für die Rückgabe. An der Kasse fragte die Kassiererin, ob wir die Flaschen zurückgeben wollten. Und musste sich dann erstmal mit ihrem Vorgesetzten beraten, wie sie die überhaupt zurücknehmen kann. Die Flaschen wurden 2x mit der Hand gezählt, und der Betrag ($1) wurde uns dann einfach nur per Hand gutgeschrieben.

Anscheinend gibt hier niemand Plastikflaschen zurück. Oder es gibt ein Rückgabesystem, das sich uns noch nicht erschlossen hat. Pfandsammeln an sich gibt es ja schon… Recycling steckt hier wahrlich noch in den Kinderschuhen. Nachdem unser Wasser nicht zu chlorig riechend aus dem Hahn kommt, bekommt der Britafilter nächste Woche mal eine Chance, die Plastikflaschen machen einen (=mich) wahnsinnig auf Dauer!